Ein wahrer Krimi für Spieler und Zuschauer spielte sich am Wochenende in der Meitinger Halle ab. Die Handball-Herren des TSV Meitingen setzten sich nach einer dramatischen Schlussphase mit 28:26 gegen Neusäß II durch – trotz eines Spiels, das lange Zeit alles andere als nach einem Heimsieg aussah. Die Meitinger wirkten über weite Strecken, als steckten sie noch im Winterschlaf. Von Beginn an leistete sich der TSV zahlreiche technische Fehler, die die Gäste aus Neusäß konsequent ausnutzten. Zwar ging Meitingen früh in Führung, doch Neusäß führte bis zur 19. Minute mit 8:9. Vor allem Ballverluste und eine schwache Chancenverwertung verhinderten, dass die Hausherren ihren Rhythmus fanden. Erst kurz vor Ende der ersten Halbzeit schien Meitingen das Spiel zu drehen. Angetrieben von Außenspieler Maximilian Stegmüller, der mit vier Treffern eine starke erste Hälfte zeigte, kämpfte sich der TSV heran und ging zeitweise sogar in Führung. Doch erneut schlich sich Abschluss­schwäche ein, sodass Neusäß noch ausgleichen konnte. Mit einem leistungsgerechten 14:14 ging es in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel erwischten jedoch wieder die Gäste den deutlich besseren Start. Meitingen verschlief die ersten sieben Minuten komplett, während Neusäß Tor um Tor davonzog und sich bis zur 46. Minute einen Vier-Tore-Vorsprung zum 19:23 erspielte. In dieser Phase drohte das Spiel endgültig zu kippen.

Dann folgte der entscheidende, wenn auch bittere Wendepunkt: Stegmüller sah nach einem unglücklichen Foul an seinem Gegenspieler glatt Rot und erwies seiner Mannschaft damit zunächst einen Bärendienst. Doch ausgerechnet diese rote Karte wurde zum Weckruf für die Meitinger. Plötzlich stimmte die Aggressivität in der Abwehr, das Tempospiel kam zurück und auch im Angriff zeigte sich der TSV deutlich entschlossener. Mit einem beeindruckenden Fünf-Tore-Lauf innerhalb von nur fünf Minuten startete Meitingen eine furiose Aufholjagd, was auch am Meitinger Torwart Max Kruchten lag, drehten die Lechanrainer das Spiel und riss das Publikum von den Sitzen. Angeführt von Stefan Michel und einer nun geschlossenen Mannschaftsleistung ließ der TSV Meitingen in der Schlussphase nichts mehr anbrennen und brachte den hart erkämpften 28:26-Sieg über die Zeit. Die Erkenntnis, dass Meitingen auch an schwächeren Tagen Moral und Kampfgeist beweisen kann und 2 wichitge Punkte um den Aufstieg einfährt.

Kruchten M. (Tor); Reinhard B. (Tor); Ludl D. (2); Röbbig V. (2); Öschay M. (1); Eberle V. (1); Michel S. (4/3); Zielsdorf P. (2); Stegmüller M. (4); Nagler A.; Dirr L. (1); Schönberger C. (1); Kuffer M. (3); Kuffer J.; Christi P. (1); Nowak M. (3)